Projekt "Landschaftspflege durch Partnerbetriebe in der Rüher Schweiz: Grundlagenermittlung"

Laufzeit: 13.12.2016 - 31.08.2017

Durchführungsort/ -gebiet: Rühler Schweiz

Projektträger: Landkreis Holzminden

Projektinhalte:

Die offene, von der Landwirtschaft geprägte Landschaft in der Rühler Schweiz hat für das Landschaftserleben, aber auch den Naturschutz in der Region eine besondere Bedeutung. Über 600 ha des Grünlands zählen zum FFH-Gebiet "Rühler Schweiz" bzw. zu den nach Landesrecht besonders geschützten Biotopen. Ein guter Erhaltungszustand der Grünlandflächen und des Landschaftsbildes insgesamt setzt voraus, dass das Grünland weitgehend extensiv mittels Mahd oder Beweidung genutzt werden.

Diese Nutzung ist für die Landwirtschaft unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht attraktiv, zumal es sich bei den überwiegend kleinteiligen Grünlandparzellen oft um Steilhanglagen handelt und die Eigentumsflächen der einzelnen Betriebe zumeist weit verstreut sind. So ist das Gebiet vom anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft besonders betroffen. Schon 2002 wurde im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung Rühler Schweiz festgestellt, dass 50% der Betriebe im Nebenerwerb geführt wurden. Aktuell sind eine Überalterung der Betriebsinhaber und der Trend zur Betriebsaufgabe erkennbar.

Bei der Landschaftspflege durch landwirtschaftliche Partnerbetriebe soll eine naturschutzorientierte Bewirtschaftung der Grünlandflächen unter Erzielung eines größtmöglichen wirtschaftlichen Nutzen für die Betriebe sichergestellt werden. Im Rahmen dieses Projekts sollen die Grundlagen dafür ermittelt werden.  

Mit der Erstellung einer entsprechenden sozioökonomischen Betriebs- und Strukturanalyse und Prognose für Grünland bewirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe innerhalb des FFH-Gebietes Rühler Schweiz soll ein externer Dienstleister beauftragt werden. Im Rahmen der Untersuchung ist zunächst eine Bestandaufnahme durchzuführen, in der Partnerbetriebe identifiziert und analysiert werden. Das geschieht durch die Auswertung von Daten, aber auch durch Interviews mit den Betriebsleitern. Gegenstand der Untersuchung ist zudem die Entwicklung von Handlungsempfehlungen  im Hinblick auf Flächenarrondierungen, Kooperationen, Fördermöglichkeiten, notwendige betriebsunterstützende Infrastruktur und mögliche Veränderungen der Tierhaltung.

Projektträger und Auftraggeber ist die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Holzminden. Sie ist auch bei den weiteren Schritten zu einer nachhaltigen Landschaftspflege durch landwirtschaftliche Partnerbetriebe in der Rühler Schweiz federführend. Aufbauend auf das beschriebene Vorhaben ist geplant in den Jahren 2017 und 2018 einen freiwilligen Flächentausch zu realisieren, der dazu beitragen soll die wirtschaftliche Grundlage der Betreibe zu verbessern. Diesbezüglich wurden bereits Vorgespräche mit der Landwirtschaftskammer und dem Amt für regionale Landwentwicklung geführt.