Solarkampagne Weserbergland kommt gut an

Das Regionalmanagement Östliches Weserbergland führte ein Interview mit Frau Pape von der Klimaschutzagentur Weserbergland zur Solarkampagne „Sonnenzeit – jetzt auf Zukunft setzen!“ im Weserbergland. In dem Interview erzählt Frau Pape (Klimaschutzagentur Weserbergland) von den bisherigen Aktivitäten und Erfahrungen sowie erläutert die Ziele und den Aufbau des Projekts.

Zum Hintergrund: Die Solarkampagne ist ein Kooperationsprojekt zwischen den LAGs (Lokalen Aktionsgruppen) der VoglerRegion sowie des Östlichen und Westlichen Weserberglands, welches in den drei Landkreisen Holzminden, Schaumburg und Hameln-Pyrmont seit November 2018 bis November 2021 von der Klimaschutzagentur Weserbergland durchgeführt wird. Weitere Informationen zum Kooperationsprojekt finden Sie auch auf unserer Seite unter www.vogler-region.de/projekte.html?prjid=62.

 

Regionalmanagement: Frau Pape, können Sie uns in Kürze die wesentlichen Ziele des Projektes „Solarkampagne Weserbergland“ nennen?

Frau Pape: Die Sonne gilt als eine auch in der Zukunft nahezu unerschöpfliche Energiequelle, die für jeden Menschen zugänglich ist. So ist das übergeordnete Ziel der Solarkampagne „Sonnenzeit – jetzt auf Zukunft setzen!“ die Chancen dieser Energiequelle aufzuzeigen und mit ihrer Hilfe die gesetzten Klimaschutzziele der Region Weserbergland zu erreichen. Durch das vielseitige Angebot der Kampagne und die aktive Einbindung und Vernetzung regionaler Akteure soll ein Marktwachstum der Solarenergie hier vor Ort erzielt werden. Neben einer Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch den Absatz von Solarenergieanlagen, erhoffen wir uns von der Kampagne eine weitere Positionierung der Region als Klimaschutzmodellregion und nicht zuletzt eine Stärkung des ländlichen Raums.

Regionalmanagement: Wie ist das Projekt organisiert?

Frau Pape: Die Kampagnenaktivitäten werden von der Klimaschutzagentur Weserbergland, als erfahrene Institution im Aufbau und der Durchführung von regionalen Kampagnen im Themenfeld Klimaschutz, koordiniert. Dabei setzen wir zum einen auf einen intensiven Austausch mit unseren Projektpartner*innen, zum anderen ist die aktive Einbindung der regionalen Akteure von zentraler Bedeutung. Nach einer mehrmonatigen Planungszeit wurden unterschiedliche Beratungs- und Marketingbausteine erarbeitet, die innerhalb der Projektlaufzeit umgesetzt werden. Dabei setzen wir auf eine gezielte Ansprache von Investoren aus dem privaten, öffentlichen und gewerblichen Sektor.

Regionalmanagement: Was für Angebote stecken hinter dem Programm?

Frau Pape: Wir setzen auf ein vielschichtiges Angebot an Kommunikationselementen, um das Thema in die Breite zu tragen. Dazu zählen neben zielgruppenspezifischen Informationsangeboten, auch die Durchführung von Infoveranstaltungen, die Präsenz auf Messen und Schautagen und die Durchführung von Exkursionen. Das Ganze wird ergänzt durch diverse Beratungsangebote. Dabei setzen wir vor allem auf schon bestehende Angebote von Kooperationspartner*innen. Zusätzlich überlegen wir uns immer wieder neue Formate. Im März dieses Jahres konnten wir beispielsweise unsere Solarsprechstunde testen und an zwei Schautagen im vergangenen Jahr hatten wir ein Solarkino an unserem Stand zu Gast.
Zusätzlich ist es uns wichtig auch für die beteiligten Akteure ein Angebot zu schaffen. So wird es auch Fortbildungsangebote z.B. für Energieberater*innen und Fachveranstaltungen geben.

Regionalmanagement: Wie werden diese Angebote angenommen?

Frau Pape: Bereits vor der Solarkampagne hat die Klimaschutzagentur für Privatpersonen verschiedene Beratungsangebote rund um das Thema Solar koordiniert. Die Nachfrage danach ist im letzten Jahr, also seit Kampagnenbeginn, allerdings merklich gestiegen. Auch bei Kommunen und Unternehmen, merken wir in unserer Arbeit, dass Nachfrage besteht. So konnten wir seit dem vergangenen Jahr 18 Impulsberatungen für kommunale Liegenschaften vermitteln.
Auch die verschiedenen Informationsveranstaltungen wurden bislang sehr gut angenommen. Das Feedback war dabei durchweg positiv, wie die Evaluationsergebnisse zeigen, die wir kontinuierlich sammeln.

Regionalmanagement: Wie nehmen konkret Privatpersonen das Angebot an und welche Fragen kommen auf? Bzw. wo besteht hier der größte Unterstützungsbedarf seitens der Solarkampagne?

Frau Pape: Ziel der Solarkampagne ist es u.a. Wissen über die Nutzung von Solarenergie zu vermitteln. Das ist besonders für Privatpersonen, Hausbesitzer*innen und Hauskäufer*innen von Bedeutung, die oftmals von den vielen Informationen, die man z.B. im Internet bekommt, entmutigt sind sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Wir wollen durch die verschiedenen Angebote der Solarkampagne daher all die notwendigen Informationen möglichst verständlich und auf das Wesentliche komprimiert zur Verfügung stellen. Dazu gibt es neben der Bereitstellung von Infomaterial eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungen. Die Inhalte dabei reichen von der Vermittlung von Einstiegsinformationen bei Vortragsabenden bis zu individualisierten Beratungsangeboten, z.B. bei der Solarsprechstunde mit einem/r Energieberater*in. Ziel des Ganzen soll sein, dass die Hürden auf dem Weg zu einer eigenen Solaranlage genommen werden.  
Die Angebote wurden bisher sehr gut angenommen. Neben der Nutzung von Photovoltaik zur Stromerzeugung, haben wir dabei die Erfahrung gemacht, dass durchaus auch solare Wärmenutzung und das Querschnittsthema Elektromobilität vermehrt von Interesse sind. Typische Fragestellungen beziehen sich auf Fördermöglichkeiten, steuerliche Bedingungen und natürlich die Kosten. Balkon-Photovoltaikanlagen und der Einsatz von Stromspeichern sind zudem häufig Thema. All diese Themen versuchen wir während der Projektlaufzeit gemeinsam mit unseren Experten*innen aufzugreifen und zu bespielen, sodass der eigenen Solaranlage auf dem privaten Dach nichts im Wege steht.

Regionalmanagement: Wie lange kann das Beratungsangebote noch in Anspruch genommen werden/ bis wann läuft dieses Projekt noch?

Frau Pape: Das Projekt ist bereits Ende 2018 gestartet und läuft noch bis November 2021. Bis dahin kann man das vielfältige Info- und Beratungsangebot rund um die Nutzung von Solarenergie in Anspruch nehmen. Im Laufe des Projekts arbeiten wir daran, uns neue Wege zu überlegen, das Thema aufzugreifen. Über die neuesten Entwicklungen und Veranstaltungen informieren wir während der Projektlaufzeit auf unserer Website www.klimaschutzagentur.org/sonnenzeit/

Regionalmanagement: Die ersten Akteurstreffen fanden bereits statt. Können Sie bereits erste Erfolge daraus absehen? Wenn ja, welche?

Frau Pape: Zu den Akteurstreffen laden wir regionale Anbieter*innen und Unterstützer*innen der Solarenergie ein, um gemeinsam die lokal relevanten Themen der Solarenergienutzung zu erarbeiten und Themenschwerpunkte für die Kampagne zu setzen. Das erste Treffen diente dazu, gemeinsam die Hemmnisse und Chancen für die Nutzung der Sonne zur Energieerzeugung aus der Perspektive der Akteure zu sammeln. Da kamen viele gute Ideen und auch offene Fragen zusammen, die wir für weitere Treffen, Aktivitäten und Workshops aufgreifen können. So bekommen die Akteure den für ihren Arbeitsbereich passenden Input. Zum anderen wird die Zusammenarbeit untereinander durch die Workshops und Diskussionen gestärkt. So konnten wir bereits gemeinsam mit den regionalen Stadtwerken Informationsabende zum Thema Photovoltaik durchführen. Auch das Format der „Solarsprechstunde“ ist auf Initiative einer Kommune aus einem Akteurstreffen hervorgegangen. Für die nächsten Treffen wollen wir u.a. die Themen gesetzliche Rahmenbedingungen, Elektromobilität als Schnittstelle zur Photovoltaik und solare Wärmeanwendungen aufgreifen. Uns hat es sehr gefreut, dass viele der Solarenergie positiv gegenüber stehen und wir gemeinsam Hürden abbauen und Projekte vorantreiben können.

Regionalmanagement: Vielen Dank für Ihre Zeit Frau Pape und auch weiterhin viel Erfolg bei den Veranstaltungen!

(Personen auf dem Bild: (v.l.) Saskia Pape, Uwe Bochnik (beide Klimaschutzagentur Weserbergland) und Lutz Reimann (Vorsitzender des Fördervereins der Klimaschutzagentur Weserbergland))

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